Donnerstag, 31. Mai 2012

Die späte Erleuchtung des Francis Fukuyama – Bemerkungen zur Zukunft Europas

Manchmal kommen wichtige Einsichten zwei Jahrzehnte zu spät. Begegnen wir ihnen dann noch bei Leuten, die zuvor nichts gegen eine Politik neoliberaler Deregulierung einwenden mochten, ja, im Gegenteil im Lager ihrer Befürworter standen, dann können sie geradezu befremden. Immerhin galt Francis Fukuyama als ein Vordenker der amerikanischen Neokonservativen. Und nun?

Einem Manne, der in Das Ende der Geschichte noch ein Loblied auf den Kapitalismus amerikanischer Prägung gesungen hatte, wird es niemand verargen, dass er inzwischen klüger geworden ist. Nur wird sich vielleicht mancher die Frage stellen, warum Fukuyama nicht all jene Warner nachträglich rehabilitiert, die auch in den Vereinigten Staaten längst vor seiner eigenen späten Erleuchtung die richtige Meinung vertraten. Natürlich kann es jeden nur freuen, wenn ein ehemaliger Saulus uns nun als geläuterter Paulus entgegentritt. Unsere Freude erhält jedoch einen bitteren Beigeschmack, wenn der neue Paulus seine lang gehegten früheren Irrtümer nun geflissentlich verschleiert oder sie gar zu rechtfertigen sucht.



Dieser Artikel wurde in aktualisierter Form in mein neues Buch aufgenommen:

EuroKalypse Now – Es gibt einen Weg aus der Krise!

Es wird Anfang September dieses Jahres (2012) im Metropolis Verlag erscheinen.

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