Samstag, 19. Mai 2012

Geldschöpfung und Reichtumsgefälle


Warum haben die Notenbanken die unter „Geldschöpfung“ beschriebene Entwicklung einer Versorgung mit Willkürgeld überhaupt zugelassen? Unter Greenspan schien dies die richtige Politik zu sein, um einer drohenden Gefahr zu entgehen. Und nach 2007 war es die einzige Möglichkeit, um eine höchst akute Gefahr im letzten Moment abzuwehren. Diese Gefahr bestand im Streik der Gläubiger, also jenes Teils der Gesellschaft, der das eigene überflüssige Geld der Privatwirtschaft und dem Staat als Kredit zur Verfügung stellt.


Mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers war diese Gefahr mit einem Schlag offenbar geworden. Die Gläubiger erkannten, dass ein ungeheures Volumen mit ihrem Geld bezahlter Kredite faul, also uneinbringlich, war und dass auch die entsprechenden Sicherheiten (sofern es sie überhaupt gab) weitgehend wertlos waren. In einer solchen Situation werden sie verständlicherweise von panischer Angst erfasst. Sie sind nicht länger bereit, ihr Geld in die Wirtschaft einzubringen. Das gilt aber ebenso für die das Geld der Gläubiger verwaltenden Banken. Diese leihen sich untereinander kein Geld mehr aus. Von heute auf morgen wird das System von totaler Lähmung bedroht. Hört das Geld auf zu strömen, dann zirkulieren auch die Güter nicht mehr: Die Wirtschaft versinkt in Deflation und steht vor einem Kollaps.
Dieser Artikel wurde in aktualisierter Form in mein neues Buch aufgenommen:

EuroKalypse Now – Es gibt einen Weg aus der Krise!

Es wird Anfang September dieses Jahres (2012) im Metropolis Verlag erscheinen.

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